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Insolvenz: Anklage wegen Gläubigerbegünstigung

Insolvenz: Anklage wegen Gläubigerbegünstigung

Bild des Strafverteidigers Volker König Insolvenz: Anklage wegen Gläubigerbegünstigung

Fachanwalt für Strafrecht Volker König

Meinem Mandanten war von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen worden, eine Lebensversicherung mit einem Rückkaufswert von knapp 2.000,00 € zu einem Zeitpunkt auf seine Mutter übertragen zu haben, als er sich bereits in der Krise befand, d.h. das Insolvenzverfahren unmittelbar bevorstand.

Diese Übertragung soll, so die Anklage, erfolgt sein, um den angesparten Rückkaufswert dem Insolvenzverfahren zu entziehen und seine Mutter, die angeblich keinen Anspruch auf die Übertragung der Lebensversicherung gehabt habe, zu bevorzugen. Danach habe er einen Insolvenzantrag gestellt.

Mein Mandant ist von dem Vorwurf des § 283 c StGB, nämlich der Gläubigerbegünstigung freigesprochen worden, weil es ihm gelungen ist, nachzuweisen, dass seine Mutter sehr wohl einen Anspruch auf die Übertragung der Lebensversicherung hatte, d.h. eine sog. kongruente Deckung vorlag.

Wäre der Mandant wegen Gläubigerbegünstigung verurteilt worden, so wäre seine Restschuldbefreiung im Insolvenzverfahren gefährdet, möglicherweise abgelehnt worden.

Der Freispruch hatte also auch außerhalb des Strafverfahrens für den Mandanten ganz erhebliche wirtschaftliche Bedeutung.

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