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Versuchter Totschlag zum Nachteil eines Polizeibeamten

Versuchter Totschlag zum Nachteil eines Polizeibeamten

Bild des Strafverteidigers Volker König - Versuchter Totschlag zum Nachteil eines Polizeibeamten

Fachanwalt für Strafrecht Volker König

Rechtsanwalt für Strafrecht Volker König hat einen Mandanten vor dem Landgericht Magdeburg verteidigt, dem vorgeworfen wurde, versucht zu haben, einen Polizeibeamten zu töten.

Der Mandant war früher in der Rauschgiftszene als Dealer tätig und wollte sich aus dieser Szene lösen. Das erfuhren andere Rauschgifthändler, die befürchteten, dass der Mandant sie bei den Ermittlungsbehörden belasten würde und drohten ihm, ihn zu töten.

Der Mandant beschaffte sich eine Pistole, legte sich abends schlafen und legte die geladene Pistole unter das Kopfkissen.

Nachts wurde die Wohnungstür gewaltsam geöffnet und Polizeibeamte stürmten die Wohnung. Sie suchten eine andere Person, was mein Mandant nicht wusste. Der Mandant zog die Pistole und schoss auf den vor ihm stehenden Polizeibeamten, da er glaubte, dass nunmehr die Personen, die ihn bedrohten, in seine Wohnung eindringen und ihn töten wollten.

Der Polizeibeamte trug eine Schutzweste, die Kugel blieb in der Schutzweste hängen.

Der Mandant wurde wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Waffengesetz zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt.

Anwalt König hat das Urteil des Landgerichts Magdeburg mit der Revision angegriffen. Die Revision führte zum Erfolg.

Der Bundesgerichtshof hat auf die Revision von Anwalt König das Urteil des Landgerichts Magdeburg aufgehoben und an eine andere Strafkammer des Landgerichts Magdeburg zurückverwiesen.

Zur Begründung führte der Bundesgerichtshof aus, dass der Mandant in den nur wenigen Sekunden vom Betreten der Wohnung durch die Polizeibeamten bis zur Abgabe des Schusses nicht realisieren konnte, das nicht die ihn bedrohenden Personen sondern ein Polizeibeamter vor ihm steht.

In einer neuen Hauptverhandlung vor dem Landgericht Magdeburg ist der Mandant vom Vorwurf des versuchten Totschlags freigesprochen worden und lediglich noch wegen einer Straftat gegen das Waffengesetz zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt worden, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt worden ist.

Der Mandant ist in der Hauptverhandlung sofort freigelassen worden.

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